Auf der Gamescom 2026 hat LG mit dem UltraGear 25G590B den ersten nativen 1000-Hz-Monitor für den Markt angekündigt – und Samsung zieht mit Modellen bis 1.100 Hz nach. Die neue Dimension der Bildwiederholrate verspricht noch flüssigere Bilder und kürzere Input-Latenz. Doch bis zu welchem Punkt das menschliche Auge tatsächlich einen Unterschied wahrnimmt, und rechtfertigt der Preis die Investition? In diesem Artikel erfährst du, was 1000 Hz technisch bewirkt, welche Hardware du brauchst und für welche Spieler sich der Upgrade wirklich lohnt.

Was bedeutet 1000 Hz technisch?
Die Bildwiederholrate (Refresh Rate) gibt an, wie oft der Monitor pro Sekunde ein neues Bild anzeigt. Bei 60 Hz passiert das 60-mal pro Sekunde, bei 144 Hz 144-mal und bei 1000 Hz eben 1000-mal. Das bedeutet, dass jedes Einzelbild nur 1 Millisekunde auf dem Screen angezeigt wird, bevor es durch das nächste ersetzt wird. Der spürbare Vorteil: Die Latenz zwischen deiner Eingabe (Mausklick, Tastendruck) und der visuellen Reaktion auf dem Bildschirm sinkt weiter.
Konkret ausgedrückt: Bei 60 Hz liegt das Frame-Budget bei rund 16,7 ms, bei 144 Hz bei 6,9 ms und bei 1000 Hz bei exakt 1 ms. Die Differenz zwischen 144 Hz und 1000 Hz beträgt also fast 6 ms – ein Bereich, den erfahrene E-Sport-Spieler durchaus wahrnehmen können, besonders in Kombination mit 8000-Hz-Mäusen. Wer sich für die Grundlagen der Antwortzeit und Overdrive-Einstellungen interessiert, findet die Details in unserem Guide zur Monitor-Overdrive-Einstellung.
Das menschliche Auge und die Wahrnehmungsgrenze
Ein häufiger Einwand lautet: Das menschliche Auge kann höchstens 60 Bilder pro Sekunde unterscheiden. Das stimmt so nicht. Studien zeigen, dass Testpersonen refresh rates oberhalb von 200 Hz noch unterscheiden können – besonders bei schnellen Bewegungen im peripheren Sehbereich. Ab etwa 500 Hz werden die Unterschiede jedoch für die allermeisten Menschen praktisch unsichtbar. Der Sprung von 144 Hz auf 360 Hz ist deutlich spürbar, von 360 Hz auf 500 Hz merkbar, aber von 500 Hz auf 1000 Hz liegt der Zugewinn im Bereich der Feinjustierung.

Welche Hardware brauchst du für 1000 FPS?
Das ist der entscheidende Punkt: Ein 1000-Hz-Monitor zeigt dir nur dann seinen vollen Vorteil, wenn dein PC tatsächlich 1000 FPS oder mehr ausgibt. Und genau hier liegt die Herausforderung. Selbst eine Nvidia GeForce RTX 5090 mit 32 GB GDDR7 schafft in anspruchsvollen Titeln wie Alan Wake 2 oder Black Myth: Wukong bei 1080p nativ keine 1000 FPS – dort bewegt sich die Leistung je nach Settings zwischen 150 und 400 FPS. Erst in Esports-Titeln wie Counter-Strike 2, Valorant oder Overwatch 2 ist 1000 FPS mit aktuellen High-End-Karten erreichbar.
| Szenario | Typische FPS (RTX 5090, 1080p) | 1000 Hz möglich? |
|---|---|---|
| Counter-Strike 2 (niedrige Settings) | 800–1200 FPS | Ja |
| Valorant (niedrige Settings) | 700–1000 FPS | Bedingt |
| Fortnite (niedrige Settings) | 500–800 FPS | Teilweise |
| Cyberpunk 2077 (niedrige Settings) | 200–350 FPS | Nein |
| Alan Wake 2 (niedrige Settings) | 150–300 FPS | Nein |
Für die meisten modernen AAA-Titel wirst du(Frame Generation wie DLSS 3.5 oder FSR 3 brauchen, um auch nur an 300–500 FPS heranzukommen – und die verursachen ihrerseits zusätzliche Latenz. In der Praxis bedeutet das: Wer 1000 Hz ausnutzen will, muss primär Competitive-Titel spielen und dabei bewusst auf Grafiksettings verzichten. Ein realistischer Rahmen sind 500–700 FPS in Esports-Spielen auf einem High-End-PC. Der Refresh-Rate-Guide für Gaming-Monitore erklärt, welche Kombinationen aus Auflösung und Bildrate realistisch sind.

OLED vs. TN vs. IPS bei 1000 Hz
Die Panel-Technologie entscheidet maßgeblich darüber, ob die hohen Bildraten tatsächlich zu besserer Bildqualität führen. Bei 1000 Hz braucht ein Panel einenative Antwortzeit von unter 1 ms, um echten Mehrwert zu liefern.
OLED-Panels sind aktuell die erste Wahl für 1000-Hz-Monitore. Die Pixel-Schaltzeit liegt typischerweise unter 0,1 ms, was selbst die anspruchsvollsten Overdrive-Einstellungen überflüssig macht. LGs UltraGear 25G590B setzt auf ein 24,5-Zoll-OLED-Panel mit 1920×1080 Auflösung – bewusst Full HD gewählt, um die Pixelgenerierung auf ein Minimum zu reduzieren und die hohen Bildraten zu ermöglichen. Der Preis liegt laut Erstinformationen bei rund 800–1.000 Euro.
TN-Panels haben lange als die schnellsten LCD-Panels gegolten, mit nativen Antwortzeiten um 0,5–1 ms. Bei 1000 Hz stoßen sie jedoch an ihre Grenzen: Die Farbdarstellung und der Betrachtungswinkel bleiben schwächer als bei OLED oder hochwertigem IPS. Einige Hersteller könnten dennoch TN-Panels für preisgünstigere 1000-Hz-Modelle einsetzen.
IPS-Panels bieten die beste Farbdarstellung, erreichen aber bei 1000 Hz erst ab der neuesten Generation (z.B. IPS-Black) akzeptable Antwortzeiten. Für Competitive-Spieler sind IPS-Modelle bei 1000 Hz eher die zweite Wahl.
Wer sich generell für die Unterschiede zwischen OLED und Mini-LED interessiert, findet eine vertiefte Analyse in unserem Vergleich Mini-LED vs. OLED für Gaming.

Lohnt sich 1000 Hz für Competitive-Gaming?
Die kurze Antwort: Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wer auf einemournaments-relevanten Level Counter-Strike 2, Valorant oder Apex Legends spielt und bereits bei 360 Hz oder 500 Hz zockt, wird den Unterschied zu 1000 Hz in determinantischen Situationen wahrnehmen – etwa beim Peeking, Flick-Shots oder im Close-Combat. Die reduzierte System-Latenz gibt dir einen kleinen, aber messbaren Vorteil.
In der Praxis haben wir in der Werkstatt bei Kunden-Setups beobachtet, dass Spieler, die von 240 Hz auf 360 Hz gewechselt haben, den Unterschied als «spürbar, aber kein Game-Changer» beschreiben. Der Sprung von 360 Hz auf 1000 Hz ist noch subtiler. Für die meisten Spieler wird der Unterschied erst in Kombination mit einem 8000-Hz-Monitor wirksam – und genau diese Kombination (1000 Hz Display + 8000 Hz Maus) könnte der eigentliche Grund sein, warum Hersteller jetzt auf diese Zahlen setzen.
Ein weiterer Aspekt: Die Input-Latenz sinkt mit höherer Refresh-Rate messbar. Bei 1000 Hz liegt die Display-Latenz bei unter 0,5 ms – im Vergleich zu 6,9 ms bei 144 Hz. Das ist ein Unterschied, den Profisperfilisieren, aber Gelegenheitsspieler kaum bemerken werden.

Welche 1000-Hz-Monitore gibt es aktuell?
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stehen folgende Modelle im Fokus:
LG UltraGear 25G590B – Der Pionier. 24,5 Zoll, OLED, 1920×1080, nativ 1000 Hz (übertaktbar auf 1.100 Hz). Preis ca. 800–1.000 Euro. Wird aktuell ausschließlich in Nordamerika verkauft; Europa-Premiere ist für spätestens Q4 2026 erwartet. Im Bundle mit dem Kauf gab es zum Launch zeitweise einen 27-Zoll-200-Hz-Monitor gratis dazu.
Samsung Odyssey G6 (G60H) – 27 Zoll, OLED, 2560×1440, nativ bis 1.100 Hz. Vorgestellt auf der Gamescom 2026. Preise und Verfügbarkeit stehen noch aus, aber Samsung positioniert das Modell im Premium-Segment zwischen 900 und 1.200 Euro.
Samsung Odyssey OLED G9 (G95SJ) – 49 Zoll, DQHD (5.120×1.440), ultrawide. Ebenfalls mit hoher Refresh-Rate vorgestellt, aber primär als Produktivitäts- und Immersions-Monitor gedacht.
Wer aktuell einen schnellen Gaming-Monitor sucht, ohne auf 1000 Hz zu warten, findet im Gaming-Monitor-Kaufberatung-Guide 2026 eine Übersicht der besten Modelle in verschiedenen Preisklassen.
Fazit: Für wen lohnt sich der Griff zum 1000-Hz-Monitor?
1000 Hz ist die logische Weiterentwicklung der Refresh-Rate-Evolution – und die Technik liefert, was sie verspricht. OLED-Panels schaffen die nötige Antwortzeit, und die erste Generation an Monitoren wirkt ausgereift. Allerdings ist der reale Mehrwert aktuell auf eine schmale Zielgruppe beschränkt: Competitive-Spieler mit High-End-PC, die primär Esports-Titel zocken und bereit sind, 800–1.200 Euro für ein Display zu investieren.
Für die breite Masse der Gamer – ob 144 Hz, 240 Hz oder sogar 360 Hz – bleibt der aktuelle Stand der Technik vollkommen ausreichend. Der Unterschied zwischen 144 Hz und 360 Hz ist bereits gering, und der Sprung zu 1000 Hz ist fürurniture mit AAA-Titeln schlicht nicht nutzbar, weil die nötigen FPS-Zahlen fehlen.
Unser Rat: Wer gerade einen neuen Gaming-Monitor plant, sollte nicht auf 1000 Hz warten. Ein gutes 240-Hz- oder 360-Hz-OLED-Panel bietet heute ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. 1000 Hz wird in den nächsten 1–2 Jahren preislich und technisch reifer – dann lohnt sich der Griff für mehr Spieler. Wer hingegen auf dem höchsten E-Sport-Niveau agiert und die Hardware hat, um die Bildraten auszuschöpfen, ist mit einem der neuen Modelle jetzt schon gut bedient.
